Leere

Diese Stille, diese verdammte Stille. Keine Gefühle, nur Leere. Wie gefühlstot. Diese grosse Leere ist ungreifbar. Es sind Gedanken da und irgendwie doch nicht. Sie lassen sich nicht fassen oder verfolgen. Es fehlen Worte.

Diese Leere wird ausgelöst durch die Unfassbarkeit, dass das Kind gestorben ist. Es sind nicht die Fragen, die dazu hochkommen. Nicht die Tränen, die kullern. Die Leere ist diese tiefe Verletzung, die wir nicht annehmen wollen oder nicht wissen wie.

Am Anfang ist die Leere wohl der Schock. Der Schock, welcher über einen herfällt, da wir nun erfahren haben, dass unser Kind nicht mit uns durch das Leben gehen wird. Wir werden nicht sehen können, wie es sich entwickelt und was seine Interessen, Freuden und Sorgen sein werden.

Die Leere ist verbunden mit dem Versuch, das Unbegreifliche zu begreifen. Sie ist verbunden mit einem Gefühl von Hilflosigkeit.

Nichts kann den Tod verhindern. Dies wissen wir, doch spätestens jetzt fühlen wir es. Mit dem Leben kommt auch der Tod. Und doch nimmt uns dieser Verlust ein. Besonders wohl beim eigenen Kind. Diese Leere braucht es wohl, um versuchen zu verstehen, was passiert ist.


Was uns helfen kann:

  • Schweigen und Aushalten mit dem Partner, der Partnerin. Sich dadurch nicht ganz verloren fühlen.

  • Kerzen anzünden und damit ein Licht, eine Bewegung vor Augen haben in dieser Leere.

  • Fotos anschauen, sie geben dem Kind ein Gesicht. Sie zeigen uns, es ist kein Phantom, kein Traum.

  • Halt finden durch Körperkontakt oder z. B. durch ein Bauchband/medizinisches Korsett.

  • Aber auch sich Abgrenzen, wenn Körperkontakt zu einengend ist, da die Leere Raum braucht.



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